Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Land im Krisenmodus

Identitäten, Mythen und Konflikte in der Ukraine (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Einen Neuanfang versprach der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij nach seiner Wahl vor knapp einem Jahr. Wie groß die Hoffnungen der Menschen auf einen Bruch mit der Vergangenheit waren, spiegelte sich auch im Erfolg von Selenskis neu gegründeter Partei "Diener des Volkes" bei den Parlamentswahlen wider. In der Wirtschaft, in der Justiz, in der Bekämpfung der Korruption, im Aufbau einer stabilen Demokratie, in den schwierigen Beziehungen und Territorialkonflikten mit Moskau: An allen Fronten erwarteten sich die Menschen Reformen, Fortschritte und Lösungen. Zwar wurde seither einiges erreicht, insbesondere ein neues Gas-Abkommen mit Russland. Doch knapp 30 Jahre nach der Unabhängigkeit befindet sich das Land weiterhin in einem fragilen Zustand. Ob oder wie der Territorialkonflikt mit Moskau gelöst werden konnte, gibt Anlass zu Spekulationen. Dabei kehren in den ideologischen, politischen und ökonomischen Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland gewisse Grundthemen immer wieder. Vom mittelalterlichen Reich der Rus und Fürst Wladímir über Sprachen, den Zweiten Weltkrieg, die Krim und die Zeitgeschichte zieht sich die Reihe der Konfliktstoffe. Auch innenpolitisch taucht immer wieder die bange Frage auf: Quo vadis, Ukraine?

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Gertrude Bell Die britische Wüstenkönigin Oasen Inseln der Wüste? Das Kalenderblatt 28.5.1937 Golden Gate Bridge für Verkehr freigegeben Von Brigitte Kohn Gertrude Bell - Die britische Wüstenkönigin Autorin: Ulrike Beck / Regie: Susi Weichselbaumer Das Leben der britischen Forschungsreisenden, Historikerin, Archäologin und Schriftstellerin Gertrude Bell ist an spannenden Abenteuern kaum zu überbieten. Am 14.Juli 1868 wird die Industriellentochter bei Newcastle geboren. Als eine der ersten Frauen studiert sie in Oxford Geschichte und beginnt Arabisch, Türkisch und Persisch zu lernen. Statt zu heiraten, bricht sie zu Reisen in den Mittleren Osten auf. 1892 lebt sie ein halbes Jahr in Teheran, sieben Jahre später durchquert sie zum ersten Mal alleine die syrische Wüste. 1909 bricht Gertrude Bell zu ihrer Expedition quer durch Mesopotamien bis nach Bagdad auf und lernt dabei Scheichs und Stammesfürsten kennen, mit denen zuvor noch kein Europäer gesprochen hat. Sie nennen die Frau mit den roten Haaren und den grünen Augen respektvoll die "Tochter der Wüste". Gertrude Bell hat Kontakte und kennt sich in der Region zwischen Basra und Bagdad bald so gut aus wie niemand anderes sonst. Das macht sie für den britischen Geheimdienst interessant, der sie mit Beginn des Ersten Weltkrieges als "Orientsekretärin" einsetzt. Von 1917 an lebt Gertrude Bell in Bagdad und wird mit der Unabhängigkeit des Landes zur politischen Beraterin des neuen Königs Faisal. Zwei Tage vor ihrem 58. Geburtstag stirbt sie am 12. Juli 1926 an einer Überdosis Schlaftabletten. Oasen - Inseln der Wüste? Autor: Bernd-Uwe Gutknecht / Regie: Sabine Kienhöfer Für Karawanen-Führer und andere Wüsten-Durchquerer sind Oasen Zielpunkte in einem unendlich scheinenden Nichts aus Geröll oder Sand. Eine Oase kann lediglich ein kleiner grüner Schilfgürtel um ein Wasserloch sein, kann aber auch eine zur Großstadt angewachsene Siedlung rund um eine Quelle sein. Generell wird zwischen Grundwasser-, Flusswasser- und Quellwasser-Oasen unterschieden. Oasen werden seit jeher als Umschlagplätze genutzt, an denen sich traditionelle Handelsrouten treffen. Da in der Wüste jeder fruchtbare Fleck kostbar ist, wurden von den Bewohnern ausgeklügelte Bewässerungssysteme entwickelt, um das Nötigste für"s Leben anbauen zu können. Heute überwiegen Dattel- und Feigenplantagen sowie touristische Angebote. Besonders spannend sind die sozialen und religiösen Strukturen in und um die Oasen, da hier oftmals sehr verschiedene Gesellschaftsformen aufeinandertreffen. So mancher Wüsten-Abenteurer nimmt Oasen wahr, muss dann aber erkennen, dass es sich um eine Fata Morgana handelt. Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Toxine im Vormarsch

Gifttiere Giftpflanzen in Zeiten der Klimaerwärmung (4). Gestaltung: Kim Cupal In unserer Welt sind wir ständig umgeben von potentiell giftigen Substanzen. Die potentesten findet man aber nach wie vor in unserer Fauna und Flora. Dabei gilt für alle Lebewesen - egal ob Tier, Pflanze oder Pilz - der eigens hergestellte Giftcocktail ist ein wertvolles, kostenintensives Asset. Spinnen, Skorpione und Schlangen würden daher selbst im äußersten Notfall nur eine geringe Menge Gift an unsereins verschwenden. Aller Phobien zum Trotz waren die heimischen tierischen Gifte kaum geeignet, uns ernsthaft zu schädigen. Aber die Welt um uns herum verändert sich zunehmend. Es wird stetig wärmer und bekannte wie auch neue Toxine wandern langsam gen Norden - auch nach Österreich. Es ist die Globalisierung, die den Neozoen und Neophyten erlaubt nach Mitteleuropa zu gelangen, und es ist die Klimaerwärmung, die es ihnen ermöglicht zu bleiben und sich auszubreiten. So bietet Österreich mittlerweile u.a. der Rotrücken Witwe - einer bevorzugt unter Menschen hausenden australischen Giftspinne - gute Lebensbedingungen. Neue Skorpionarten werden eingeschleppt, welche weit weniger harmlos sind, als unsere heimischen, nicht humantoxischen Skorpione. Auch steigt die Zahl der Zecken dank der milden Winter rasant an. Und die Bakterien, welche von dieser Milbenart übertragen werden, stellen mit ihren hochtoxischen Giften eine ernstzunehmende Gefahr für Mensch und Tier dar. Wissenschafter/innen warnen vor den neuen, eingeschleppten Gewächsen, die nun allem Anschein nach überall aus dem Boden sprießen: giftiger Riesen-Bärenklau in Wäldern, Wiesen und sogar Städten und Ragweed auf unseren Feldern. Sind wir auf diese Veränderung vorbereitet? Bei Giftbegegnungen aller Art steht uns zumindest - 24/7 - die Vergiftungsinformationszentrale zur Seite. 28.000 Anrufe nehmen die acht Ärztinnen und Ärzte der Zentrale jährlich entgegen. Mit Expertise und Gelassenheit geht man gegen Vergiftungen, falsche Instinkte und die zwielichtigen Ratschläge des Internets vor. Unsere Tier- und Pflanzenwelt befindet sich im Wandel. Doch darf nicht vergessen werden: wir waren immer schon von Giften umgeben. Nun gilt es zu lernen, mit den Neuankömmlingen richtig umzugehen und weder der Hysterie noch der Verharmlosung anheimzufallen. Diese "Radiokolleg"-Reihe erforscht die Welt der Gifte aus unterschiedlichen Perspektiven, die Effekte der anthropogenen Klimaerwärmung, ihre Gefahren, Behandlungsformen und Institutionen, die aufklären und helfen.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Donau Delta

Wie der Blues nach Österreich gekommen ist (4). Gestaltung: Klaus Wienerroither Vor 100 Jahren wurde die erste Bluesaufnahme veröffentlicht: "Crazy Blues" von Mamie Smith wurde zu einem Millionenseller, natürlich nicht in Europa oder gar in Österreich. Damals ist das purer Exotismus. In der Nachkriegszeit ertönen vorher verbotene US-amerikanische Klänge im befreiten Österreich. Und zwar keineswegs nur massentaugliche Unterhaltungsmusik. Sondern neben traditionellem und modernem Jazz auch urwüchsiger Blues. Prägende Persönlichkeiten wie Johnny Parth liefern bei selbstorganisierten Plattenabenden aufregende Klangwelten. Als Gründer des Plattenlabels Document Records verantwortet Parth auch Wiederveröffentlichungen von alten Bluesaufnahmen. Ein Pionier ist der Gitarrist und Sänger Al Cook, der ab Mitte der 60-er Jahre authentischen Deltablues live präsentiert. Ab 1972 moderiert Hans Maitner auf Ö3 die Sendung "Living Blues" und hat einen Anteil an der Popularisierung des Boogie-Pianos, wo der ursprüngliche Gitarrenblues auf das Klavier übertragen wird. Die Mojo-Blues Band mit dem Mastermind Erik Trauner popularisiert ab 1977 den Chicago Blues, der auf elektrischen Instrumenten gespielt wird. Die Blütezeit des Austro-Blues in den 70-er und frühen 80-er Jahren ist mittlerweile schon länger vorbei, aber die österreichische Blues-Szene ist nach wie vor präsent und konnte und kann internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Musikviertelstunde wirft Blicke in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bluesmusik aus Österreich, und wichtige Protagonisten geben dieser Szene eine allgemeine Einführung in ein Genre, das sich zumindest in Spurenelementen in den meisten Pop-, Rock- und Jazzstilen wieder findet.

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Tierwanderungen Das geheimnisvolle Naturschauspiel Der Aal Ein Fisch voller Rätsel Das Kalenderblatt 28.5.1937 Golden Gate Bridge für Verkehr freigegeben Von Brigitte Kohn Tierwanderungen - das geheimnisvolle Naturschauspiel Autorin: Claudia Heissenberg / Regie: Susi Weichselbaumer Im Herbst und Frühjahr ist es jedes Mal aufs Neue ein beeindruckendes Schauspiel, wenn die Wildgänse laut rufend und in großen V-Formationen gen Süden fliegen oder nach Norden zurückkehren. Und sie sind längst nicht die einzigen Tiere, die sich Jahr für Jahr auf lange Wege machen - über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. In Afrika ziehen Millionen Gnus, Gazellen und Zebras auf der Suche nach Nahrung dem Regen hinterher. Wale und Schildkröten durchqueren auf der Reise zu ihren Nahrungs- und Fortpflanzungsgründen ganze Ozeane. Je größer die Distanzen und je höher das Tempo, desto schwieriger ist es für Biologen, die Wanderungen der Tiere zu verfolgen. Während Erdkröten noch relativ leicht vor Ort beobachtet werden können, wusste man bei Zugvögeln lange Zeit gar nicht, woher sie kommen und wohin sie verschwinden. Mittlerweile können Biologen die Tiere mit Hilfe von Mikroelektronik per Funk oder Satellitenortung ausfindig machen und auf ihren Routen begleiten. Aber wie merken die Tiere überhaupt, dass es Zeit ist, sich auf den Weg zu machen. Und wie finden sie ihren Weg? Bis heute gibt das faszinierende Phänomen der Tierwanderungen der Wissenschaft Rätsel auf. Der Aal - ein Fisch voller Rätsel Autor: Bernhard Kastner / Regie: Christiane Klenz Der Aal ist ein ganz besonderer Fisch. Von seinem Aussehen her erinnert das Tier eher an eine Schlange, als an einen Fisch. Er kann sich im Notfall schlängelnd über das Land fortbewegen, um dann blitzschnell wieder ins rettende Nass abzutauchen. Er trägt seit der Günter Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" den Ruf, ein schleimiger Aasfresser zu sein, der sich durch modernde Pferdeköpfe am Grund von Seen und Flüssen frisst - und: Er begibt sich zweimal in seinem Leben auf eine ganz besondere und im Tierreich außergewöhnliche Reise. Sein Leben beginnt sozusagen schon mit einer Reise: Von seinem Geburtsort in der Sargassosee nahe den Bahamas wandert der frisch geschlüpfte Aal so lang durch die Meere, bis er an den europäischen Küsten ankommt. Dabei durchlebt der winzige Aal verschiedene Entwicklungsstadien, bis er schließlich als kleiner Glasaal die Küsten erreicht. Von hier aus geht es für die meisten flussaufwärts, bis sie einen Fluss oder einen See finden, in dem sie die nächsten Jahre leben werden. Bis sie eines Tages ein unwiderstehlicher Ruf zurück in die Sargassosee lockt. Unbeirrbar schwimmt der Aal dann zurück zu seinem Geburtsort, paart sich, vermehrt sich ... und stirbt. Seine Nachkommen aber machen sich wieder auf die lange Reise zurück. Und so wiederholt sich eines der vielen Wunder der Natur seit Millionen von Jahren. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Ohne Filter AD(H)S bei Erwachsenen Von Andrea und Justin Westhoff Dass die "Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit und ohne Hyperaktivität" eine ernsthafte Erkrankung von Kindern und Jugendlichen ist, ist inzwischen weitgehend unstrittig. Weniger bekannt ist: AD(H)S verwächst sich nicht. Bei Erwachsenen zeigt sich die Erkrankung an der Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts)störung vor allem in Form einer permanenten inneren Anspannung, die sie chaotisch-sprunghaft, vergesslich, extrem impulsiv und reizbar macht. Die Folgen sind Beziehungsstörungen, Probleme im Berufsleben, aber auch Depressionen, Süchte und Erschöpfungszustände. Erst eine sichere Diagnose macht den Weg frei für medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungen und lässt viele Betroffene auch die andere Seite der AD(H)S erleben: ihre größere Sensibilität, Kreativität und Fähigkeit, unkonventionell zu denken und zu handeln.

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 98 Feature, Hörspiel, Klangkunst Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann Produktion: Autor*innen / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 56"30 (Ursendung) Kurz und ungewöhnlich: Autorenproduktionen aus Feature, Hörspiel und Klangkunst. Heute mit einem Hörstück über den Klang von Papier. Kassettenlieferung - Hendrik Nijmeijer und seine Dokumentarhörspiele Von Ingo Kottkamp Und es war gut Von Annette Schmucki und Reto Friedmann (Blablabor) Paperfeed Von Regine Elbers Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke (Wdh. am 12.06.2020, 00.05 Uhr) Kurzstrecke 98

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Land im Krisenmodus. Identitäten, Mythen und Konflikte in der Ukraine (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Toxine im Vormarsch. Gifttiere Giftpflanzen in Zeiten der Klimaerwärmung (4). Gestaltung: Kim Cupal Donau Delta. Wie der Blues nach Österreich gekommen ist (4). Gestaltung: Klaus Wienerroither

Mittwoch Freitag